31.01.2005 — Neue Zürcher Zeitung

Tönewirbel

Ein Ereignis. Nach halbjähriger Zwangspause ist das Ensemble Collegium Novum unter der Leitung von Peter Hirsch erstmals wieder in Zürich in der Tonhalle aufgetreten und gezeigt, auf welch hohem Niveau es zeitgenössische Musik interpretieren kann. Und welch grosse Konzertprogramme möglich sind. Eröffnet wurde der Abend mit zwei eigentlichen „Klavierkonzerten“, dem so selten zu hörenden Konzert op.24 von Anton Webern und Gérard Griseys „Vortex temporum“ (1994-96), in welchem das - hier „wohlverstimmte“ - Klavier ebenfalls eine herausragende Rolle spielt. Unglaublich, wie genau und schöpferisch Peter Hirsch zusammen mit dem Pianisten Christoph Keller und dem Ensemble Webern interpretierte, unglaublich, wie er danach mit dem Solisten Stefan Wirth Griseys vierzigminutigen Zeiten- und Tönestrudel sich ereignen liess, dass einem der Atem wegblieb.

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